Wer sind wir, heute? — Die Zeit, Nr. 36 / 2012

Deutsche werden wieder öfter als Nazis beschimpft. Zugleich sollen sie Europa führen. Und die jüngere Generation will sich nicht mehr schuldig fühlen. Eine Reise in die Zukunft unserer Vergangenheit.

Ich bin noch in Hörweite des Holocaust geboren, 1960 war das. Wir Schüler der Sechziger und Siebziger kennen den Nazi-Sound nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch von alten Männern vorn am Pult. Zudem fiel es mir leicht, Zugang zum Schweren zu finden, weil die Propagandabücher des Großvaters im Regal standen, auch Mein Kampf. Ich habe Aschenbecher mit Hakenkreuzen in Familienschränken gefunden und Orden, die nicht ehren. Die spätere Politisierung vertiefte den Vergangenheitsbezug. Über den Holocaust nachzudenken, sich in die Kollektivverantwortung zu stellen, das galt immer als Mindestvoraussetzung, um in Deutschland Politik machen oder darüber schreiben zu können. Und ich übernahm historische Verantwortung, selbst wenn das schon wieder eine von diesen offiziös klingenden Formulierungen ist, die ich selbst nicht mehr hören mag.

Offen gestanden, hatte ich in den letzten Jahren weniger darüber nachgedacht, schließlich ist der Holocaust kein Gottesdienst, wo man jede Woche liturgische Worte murmelt. Zudem hatte ich das Gefühl, dass Deutschland es ganz gut macht mit Erinnerung und Verantwortung, die Revisionisten sind geschlagen, die Leugner sowieso.

1. Soso, das vierte Reich

Doch neuerdings kommt Bewegung in die Sache, ungute Bewegung: Brachial kritisiert Günter Grass in einem Gedicht Israel und tut dabei so, als verletze er mutig ein Tabu. Perfide.

Eine junge Frau, die bei den Olympischen Spielen rudert, hat einen Neonazi-Freund; als das herauskommt, wird sie zur Abreise gedrängt, aus Sorge um das deutsche Ansehen im Ausland. Feige.

In Bayreuth darf ein Russe nicht den Fliegenden Holländer singen, weil er auf seiner Brust ein Tattoo aus seiner Jugend trägt, das nach einem Hakenkreuz aussah. Absurd.

Und das sind nur die Kleinigkeiten. Es passieren noch mehr Dinge, größere. Seit 1945 galt das außenpolitische Paradigma, niemals wieder allein zu stehen. Striktes Sonderwegsverbot. Das durchbrach spektakulär Gerhard Schröder, als er den USA 2003 nicht in den Irak folgen wollte. Das Verbot wurde weiter aufgeweicht, als sich Angela Merkel in der Libyenfrage gegen alle drei alten Alliierten stellte. Sonderwege, so war zu spüren, bleiben unbestraft. Mehr noch: Die Euro-Krise zeigte, dass Deutschland nicht nur seinen eigenen Weg geht, sondern dass es das erfolgreichste Land Europas geworden ist. Vom Sonderweg zum Sondermodell. Und auf einmal wollen die anderen deutsche Führung. Sagen sie.

In scheinbarem Widerspruch dazu nehmen die Nazi-Vergleiche wieder zu, europäische Zeitungen bilden Merkel in SS-Uniform ab, sprechen vom »vierten Reich«. Auch in der Politik wird so geredet. Etwa wenn der spanische Europaminister die deutsche Regierung in die Euro-Pflicht nehmen will: »Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in einer weit schwierigeren Situation auch sehr geholfen, viele Länder haben auf Geld zugunsten von Deutschland verzichtet.« Reparationsforderungen, wann immer, wie hoch auch immer und wem immer es beliebt, sie zu erheben?

Man kriegt Kopfschmerzen von alldem, würde gern den nazivergleichenden Griechen und Spaniern einen Finger ihrer Wahl zeigen, der Ruderin einen Arm um die Schulter legen und sich dabei von dem Sänger etwas vorsingen lassen.

Vielleicht sind all diese Irritationen aber auch nur die logische Folge einer tieferen Vergänglichkeit der Vergangenheit. Zum einen ist da der zeitliche Abstand, erstmals wächst eine Generation heran, die keinen Opa mehr hat, der dabei war. Zum Zweiten leben hierzulande immer mehr Migranten, die sich nicht automatisch mit dem Holocaust identifizieren. Man muss tatsächlich fürchten, dass da etwas verblasst. Kehren die absichtsvollen Relativierungen, wie sie im Historikerstreit der Achtziger von rechten Professoren um Ernst Nolte unternommen und dann von der Öffentlichkeit erfolgreich zurückgewiesen wurden, nun wieder als Relativierungen durch schieren Zeitablauf?

2. Ein Trainingslager ist kein Lager

Man könnte sich wünschen, dass es bei alldem bloß um Politik geht, um Macht, Geld und dergleichen. Nur, so ist es nicht: Am 20. Juni gab Joachim Löw eine Pressekonferenz im Danziger Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft, da meldet sich ein holländischer Journalist und fragt den Bundestrainer auf Englisch, ob er nicht fürchte, dass die Polen es als Provokation empfinden könnten, wenn die deutsche Nationalmannschaft ausgerechnet da ihr Trainingslager aufschlägt, wo der Zweite Weltkrieg begonnen hat. So weit kam der Kollege mit seiner Frage, da schnitt ihm Löw das Wort ab und sagte: »No. Not a minute!« Das wirkte rau, andererseits: Was geht bloß im Kopf eines Holländers um die 40 vor, dass er den 52-jährigen deutschen Trainer 73 Jahre nach Kriegsbeginn fragt, ob es provozierend sein könnte, wenn deutschtürkische, deutschpolnische und deutschtunesische junge Männer in Danzig Fußball spielen?

3. Über alles in der Welt?

Eine sehr persönliche Irritation ergab sich bei einem Abendessen mit meinem Sohn. Er ist jetzt 15 und geht in die zwölfte Klasse einer guten Schule, gut im Sinne von: Da wird ihm schon einiges über den Holocaust beigebracht. Dennoch geraten wir zwei in einen Streit über die erste Strophe der Nationalhymne. Er findet sie nicht so schlimm, ich finde dieses Deutschland, Deutschland über alles einfach scheußlich. Das musst du im historischen Kontext sehen, erwidert er, das wurde als Reaktion auf das uneinige Vaterland gedichtet. Ja, gebe ich zu, aber die Nazis haben den Text missbraucht. Daraufhin sagt er nur: »A-u-t-o-b-a-h-n«, dabei betont er das Wort wie für einen Schwerhörigen. Ich frage: »Wieso Autobahn?« – »Na«, sagt er, »die Nazis haben auch Autobahnen gebaut und das Wort benutzt, und trotzdem sagen wir heute Autobahn.« Ich setze nicht mehr nach, denn eines wird mir klar, mehr an der Tonlage als am Wortlaut unseres Gesprächs: Das Vergangenheitspäckchen, das ich einst bekommen habe, werde ich nicht mit exakt demselben Inhalt und demselben Gewicht weitergeben können.

Zumal: Wenn ich ehrlich bin, dann war das bei mir eine Verantwortung, die sich anfühlte wie Schuld. Schon weil man sich im Ausland oft schämte, ein Deutscher zu sein. Aber auch, weil die 68er nicht nur gegen ihre Eltern mit der Schuld hantierten, sondern auch uns Jüngeren gegenüber. Das alles kann und will ich gewiss nicht weitergeben. Doch was ist dann das Minimum, das History-Kit für junge Deutsche? Und wer bestimmt das?

4. Da will ich hin

Es gibt einen Ort, wo man ohne die deutschen Sprachkonventionen über den Holocaust auskommt, wo man auch nicht mit politischen Absichten vom vierten Reich fabuliert. Dieser Ort heißt Israel. Im Land der Opfer spricht man freier als im Land der Täter. Da will ich hin. – Und es gibt einen Ort, wo es gar nicht aufs Reden ankommt, wo die betonierten Diskurse verstummen. Dieser Ort heißt Auschwitz. Da will ich auch hin.

5. Gefühle eines Botschafters

Israel ist viel mehr als eine Staat gewordene Antwort auf die Judenvernichtung, und die Israelis haben beileibe anderes zu tun, als Deutsche geschichtspolitisch zu beraten. Und doch: Nur hier wird noch mehr über den Holocaust nachgedacht als bei uns. Und es wird einem deutlich gesagt.

Der Mann, der in Israel der Deutsche vom Dienst ist, heißt Andreas Michaelis. Er ist Botschafter, mit 52 Jahren der jüngste, der hier je gedient hat. Nun sitzen wir am Strand von Tel Aviv und reden über Gefühle. Bei seiner Ernennung vor einem Jahr, erzählt Michaelis, hätten sich Betonplatten auf seine Schultern gelegt: so viel Verantwortung, so viele Gelegenheiten, etwas falsch zu machen. Dabei hat er profunde Erfahrungen mit dem Deutsch-Israelischen. Anfang der neunziger Jahre war er schon mal hier, als »Baby-Diplomat«. Außerdem hat Michaelis drei Jahre lang als Sprecher von Außenminister Joschka Fischer gedient, und der ist nun wirklich die Vergangenheitsbewältigung auf zwei Beinen. Fischer sagte bei seinem Antrittsbesuch in Israel als Erstes: Ich komme als Schuldiger.

Genau diese Vorerfahrungen machen Michaelis heute beklommen. Fischer, das war zu viel Vergangenheit, zu überbordend. Und seine persönlichen Erlebnisse der Neunziger? Da hätten sich Juden von ihm weggesetzt, als sie merkten, dass er Deutscher ist, nicht ohne ihm vorher anzukündigen, nie, nie ein deutsches Auto zu kaufen.

Nun tut sich der robust wirkende Michaelis schwer mit dem eigenen Maß. Bei seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag habe ihn die Rührung fast davongetragen. Was rührte ihn so? Beides, sagt er, die Grausamkeit der Verbrechen und die gelungene Versöhnung. Stolz auf die Vergangenheitsbewältigung? Das Wort mag er nicht, aber so etwa, ja. Wissen Sie, er beugt sich vor, um die Brandung zu übertönen, immer mehr Juden beantragen bei mir die deutsche Staatsbürgerschaft, manche schicken die Kopie ihres KZ-Ausweises mit.

Auf der anderen Seite, niemand weiß das besser als er, wird der Holocaust hier immer auch als Argument verwendet. Jeder deutsche Politiker besucht als Erstes Jad Vaschem, die Jerusalemer Gedenkstätte für die ermordeten Juden, zu Michaelis’ Aufgaben gehört es, sie zu begleiten. Wie oft waren Sie denn schon in Jad Vaschem? Achtzig Mal, antwortet er, ohne zu zögern. Im Ernst, können Sie da überhaupt noch etwas empfinden? Ja, behauptet er, es gibt immer wieder etwas in diesem Museum, das mich neu berührt.

Denken Sie, dass die nächste Generation von Deutschen diese Intensität noch einmal aufbringt, dass sie sich so tief beschäftigt mit dem Holocaust? Nun wird Michaelis zum ersten Mal an diesem Abend etwas scharf, er könne es nicht akzeptieren, wenn junge Leute diesen individualistischen Trip fahren, wenn sie sich nicht mehr in das historische Kollektiv der Deutschen einfügen. Jetzt klingt er ein bisschen wie Joschka Fischer. Autoritär.

6. Hitler, Gauck und Jad Vaschem

Ich selbst war bisher vier Mal in Jad Vaschem, zuerst privat, dann in Delegationen mit Joschka Fischer, Angela Merkel und zuletzt mit dem neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Alle bewegen sich hier auf dünnem Eis, die Politiker bekommen vorher einen Plan, in welcher Schrittfolge sie sich in der düsteren Halle der Erinnerung bewegen müssen, wenn sie die ewige Flamme entzünden. Doch auch in dem modernen Museum, heute das Herzstück von Jad Vaschem, haben sie es schwer. Sie besichtigen Zeugnisse deutscher Verbrechen, die jeden Menschen tief verstören – und werden dabei genau beobachtet. Beim Rundgang von Gauck gab es einen beinah witzigen Moment, als der Präsident in einer Art Übersprunghandlung auf einmal rief: »Gibt’s hier auch was aus Auschwitz!?« Da war er nämlich schon mal, vertrautes Grauen im Unvertrauten.

Ich bin jetzt froh, meinen Rundgang machen zu können, ohne Politiker dabei zu beobachten, wie sie ihren Rundgang machen. Die Chronologie des Schreckens führt mich weiter und weiter hinein in die Vergangenheit, die Bilder werden immer unerträglicher. Dabei geht man, das haben sich die Museumsmacher klug ausgedacht, leicht bergauf, der Ausgang führt dann ins sonnenhelle Israel. Das ist die Botschaft: Der Holocaust und Israel verhalten sich zueinander wie dunkel und hell, wie Problem und Lösung. Ist das eine Instrumentalisierung? Im Grunde ist mir das egal. Ich habe hier andere Sorgen: Auf einem Monitor sehe ich Hitler, er hält eine Rede vor dem Reichstag, sie ist unterlegt mit hebräischen Untertiteln, die ich nicht lesen kann. Also trete ich näher heran, um ihn zu verstehen, er brüllt gerade: »...dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa...« Als ich mich umsehe, entdecke ich einige Juden mit Schläfenlocken, etwas weiter weg von mir und von ihm, den Blick auf die Untertitel gerichtet. Das ist die deutsch-israelische Familienaufstellung, Hitler, dann die Deutschen, dann die Juden.

Anschließend treffe ich Avner Schalev, er trägt einen langen Titel, salopp gesagt ist er der Chef von Jad Vaschem – seit fast 20 Jahren, er repräsentiert das offizielle Israel.

Doch, ja, ihm sei auch schon aufgefallen, dass deutsche Politiker nervös sind, wenn sie hier herumlaufen. Schalev ist ein bedächtiger Herr von über 70 Jahren, er sagt nicht, dass ihn das Thema kaum interessiert, doch treibt ihn etwas anderes um: die Verostung der Erinnerung. Der Osten Europas, wo man sich wenig mit den eigenen Verbrechen an den Juden beschäftigt habe; der Osten, wo ehemalige Bürgerrechtler Stalinismus und Nationalsozialismus gleichsetzten und damit den Holocaust verharmlosten; der Osten, aus dem doch auch Joachim Gauck komme, nicht wahr?! Schalev missbilligt, dass Gauck vor drei Jahren die Prager Erklärung unterzeichnet hat, in der Kommunismus und Nationalsozialismus als »völlig gleichwertige verbrecherische Regime« bezeichnet werden. Und selbst wenn beide gleich schlimm gewesen wären, denke ich, spielte das für Deutsche keine Rolle, denn der Gulag ging von Moskau aus, der Holocaust von Berlin.

Es gibt im Museum von Jad Vaschem übrigens etwas aus Auschwitz: Schuhe.

7. Schuld macht klug

Um Schuhe geht es gleich zu Anfang auch bei der Begegnung mit Etgar Keret, dem berühmten israelischen Schriftsteller. Er hat mal eine Kurzgeschichte geschrieben über einen Jungen, der von seinem alten Lehrer mit Eifer über die Verderbtheit alles Deutschen aufgeklärt wurde und dann von seiner Mutter Adidas-Turnschuhe geschenkt bekam und sich weigerte, sie zu tragen.

Waren Sie dieser Junge?

Ja, antwortet Keret, aber das war in den siebziger Jahren, heute gibt es das kaum noch.

Keret, Jahrgang 67, ist munter, ironisch und hellwach, seine Eltern sind Holocaust-Überlebende. Wir sitzen in einem Tel Aviver Restaurant, das Gespräch mit ihm ist wie Fangenspielen mit Gedanken, eine Freude. Auf meine Fragen nach Prinzipien antwortet er am liebsten mit Geschichten.

Haben Sie Probleme mit den Deutschen?

Mit den Deutschen? Nein, mit den Österreichern! Ich habe mal bei einem Benefizessen neben einer älteren Dame gesessen, die hat mich gefragt, ob ich wüsste, warum es so viele Hollywoodfilme über das Leid der Juden im Zweiten Weltkrieg gebe und gar keine über das Leid der österreichischen Soldaten. Nein, habe ich geantwortet, aber Sie wissen es bestimmt! Ja, sagt sie, weil es da so viele jüdische Regisseure gibt.

Und das passiert Ihnen mit Deutschen nicht?

Die Deutschen mussten, anders als andere Europäer, nach dem Krieg gegen die eigenen Klischees anleben, sie mussten sich ändern und haben das geschafft, sie sind ein gerechtes, ein liberales Volk geworden.

In welchem Alter kann man Kindern vom Holocaust erzählen, wann wollen Sie mit ihrem sechsjährigen Sohn darüber sprechen?

Nun, antwortet Keret, als wir letztens von meiner Mutter nach Hause gefahren sind, da hat sie ihm eine Tüte mit Snacks mitgegeben. Ich habe ihn gefragt, ob er mir einen Snack abgeben würde. Da hat mein Sohn kurz überlegt und Nein gesagt. Warum nicht, frage ich ihn. Weil du mir auch nie einen Snack von deiner Großmutter gegeben hast, antwortet er listig. Ja, weil meine Großmutter im Krieg gestorben ist. War sie denn Soldat, fragt der Junge. Nein, sie wurde einfach so von Deutschen umgebracht. Da nimmt der Kleine die Tüte mit den Snacks, legt sie seinem Vater in den Schoß und sagt: Nimm alles, ich hab keinen Hunger mehr.

Und was passiert, wenn die Generation der Täter und der Opfer ausstirbt?

Das ist kein Problem, sagt er, ich trage das Leben meiner Eltern in mir, es ist ein Teil von mir.

Sie wollen Ihre Eltern in sich haben, erwidere ich, ich will meinen Nazi-Opa keinesfalls in mir haben.

Jetzt, wo Sie sagen, dass Sie einen Nazi-Opa haben, ruft Keret laut ins Lokal (ich ducke mich etwas), jetzt weiß ich, dass wir zwei mehr gemeinsam haben als die anderen Leute hier, deren Großeltern womöglich nur im Kibbuz Hühner geklaut haben.

An dieser Stelle denke ich: Herr, halt ein mit deinem Segen! Dann frage ich, ob man heute noch von Schuld sprechen kann.

Schuld ist etwas Gutes, Schuld lässt Sie nachdenken, Schuld macht Sie klug.

Kann der Holocaust auch zur Obsession werden, frage ich ihn, und noch bevor ich den Satz beendet habe, fällt mir auf, was für eine dämliche Frage das an einen Sohn von Holocaust-Überlebenden ist.

Keret geht darüber hinweg und sagt: Wenn Sie Krebsarzt sind, beschäftigen Sie sich auch mit dem schwersten Krebs, nicht mit dem harmlosen.

Nun muss Etgar Keret weg, ich bleibe zurück, verblüfft und froh.

8. Ist der Holocaust für alle da?

Mein letzter Gesprächspartner in Israel ist zugleich der jüngste: Barak Ravid, Anfang 30, ein linker Journalist von der regierungskritischen Zeitung Ha’aretz. Viele seiner polnischstämmigen Verwandten sind dem Holocaust zum Opfer gefallen, trotzdem sagt er heute: Angela Merkel schuldet mir gar nichts. Ihm missfällt, wie seine Regierung die deutsche mit der Schuldfrage traktiert. Bibi, so nennt er seinen Premierminister, schert sich einen Dreck um die Meinung der Deutschen, obwohl sie ihn immer unterstützen, etwa mit den intelligentesten U-Booten, die es auf dieser Erde gebe.

Den Holocaust benutze Netanjahu jedoch nicht nur als Instrument gegen die Deutschen, er spalte damit auch Israel. Wenn ein aggressiver israelischer Nationalismus als einzig richtige Konsequenz aus der Judenvernichtung dargestellt wird, dann schließt das alle jene Juden aus, die diese Politik der Stärke und des offensiven Siedlungsbaus ablehnen. Für Barak Ravid ist die Lehre aus Auschwitz gerade nicht national, sie ist universal. Die Konsequenz könne nicht sein, dass niemand mehr in die Lage käme, Juden zu bedrohen, vielmehr müsse jede Art von Diskriminierung schon in ihren Anfängen bekämpft werden. Er drückt das alles so politisch aus, dass ich ihn frage, wie denn seine persönliche Beziehung zum Holocaust sei. Da erzählt er von einem Besuch in Auschwitz, den er als Schüler mit seiner Klasse unternommen hat. Da habe man sie vorher vor den Polen gewarnt, weil die so antisemitisch seien, außerdem hätten sie dort mit Bodyguards rumlaufen müssen.

Und die Deutschen, was denkt er über die? Das Wichtigste, antwortet Ravid, ist, dass jeden Tag ein Direktflug von Frankfurt nach Tel Aviv geht. Der Alltag schafft Versöhnung, so ist das wohl gemeint. Und wirklich vermeldet die Statistik über Besuche von Israelis in Deutschland für das Jahr 2011: 203595 Ankünfte per Flugzeug, 554795 Übernachtungen (inkl. Camping).

Was hat der Besuch in Israel nun erbracht? Eine ganze Menge: Wenn europäische Nachbarn die Deutschen mit Nazi-Vergleichen traktieren, dann hilft es, um dabei ganz cool zu bleiben, an die Versöhnung, den Respekt, ja die Wärme zu denken, die man in Israel erfahren kann. Wem die Schuld zu schwer wird, der mag sich darauf besinnen, dass auch viele Juden davon heute nicht mehr sprechen, dass sie uns nicht mehr anklagen. Aber will man eingehen auf den Vorschlag, den Holocaust nicht mehr national zu begreifen, sondern universal, wäre das nicht ein schönes, niederschwelliges Angebot an die jungen Deutschen, insbesondere an die mit nichtdeutschen Wurzeln? Die Antwort auf diese Frage findet man nicht mehr in Israel, die findet man hoffentlich in Auschwitz.

9. Ein Städtchen in Polen

Auf seiner Homepage wirbt das direkt neben dem KZ gelegene Hotel Olecki mit deutschen Worten: »Das Hotel ist aufgrund seiner ruhigen Lage bei Auschwitzurlaubern und Geschäftsreisenden gleichermaßen beliebt.« Auschwitzurlauber! Was für ein Wort! Und was für ein grandioses Missverständnis, damit deutsche Besucher anlocken zu können! Ich buche es trotzdem.

Daheim in Berlin gelingt es allerdings gar nicht, dem Wort Auschwitz Normalität abzugewinnen. Als ich meine 20-jährige Tochter frage, ob sie mitfahren will, schluckt sie erst mal, bevor sie sich ein Ja abringt. Als sie ihren Freunden von der geplanten Reise erzählt, schauen die nur betreten. Und als wir schließlich in das Navi unseres Leihwagens den Zielort Auschwitz eingeben, kommen wir uns beinah vor wie Holocaust-Leugner.

Gibt es eine Auschwitz-Normalität? Erst mal doch, denn das Städtchen – ja, Auschwitz ist ein Städtchen – sieht ganz gewöhnlich aus, ein bisschen schön, ein bisschen hässlich, mittendrin steht fremd ein französischer Supermarkt in futuristischem Design. Und selbst Auschwitz I wirkt zunächst harmlos, der blaue Himmel tut ein Übriges. Doch das war es dann auch mit der Normalität. Spätestens als wir durch das Tor mit der Inschrift »Arbeit macht frei« treten, ändert sich alles. Auch wer einiges weiß, ist neu schockiert. Wir klettern in einen Keller, wo die Gefangenen zu viert auf einem Quadratmeter ihre Stehfolter erleiden mussten. Bis zu acht Stunden, bis zu zwölf Tage. Dann entdecken wir einen Meldezettel, wo eine schwere Strafe verhängt wird für das »Verrichten der Großnotdurft«. Wir treten in schmale Gänge, die vollgehängt sind mit den Bildern der KZ-Insassen, man kann ihren Blicken nicht ausweichen, sie schauen voller Angst, manche stolz, andere wirken leer. Nebenan dann das Folterarsenal der SS-Schergen: Holzgestelle zum Auspeitschen, mobile Galgen, Verhungerzellen. Wann es einen packt, wann man anfängt, es nicht mehr auszuhalten, lässt sich nicht vorhersagen. Meine Tochter verlässt den Raum mit den gesammelten Prothesen sofort, sie erschrickt vor dem Koffer, der eine Aufschrift mit ihrem Namen trägt, Zufall. Bei mir sind es die gebrauchten Rasierpinsel, von den Nazis gestohlen und verwertet. All das ist noch schlimmer als Jad Vaschem. Wahrscheinlich weil es genau hier war, da, wo wir jetzt stehen.

Es gibt übrigens etwas Hoffnungsvolles in Auschwitz I: Es ist voll, Hunderte von Besuchern, Europäer, Japaner, Brasilianer, sie kommen mit Bussen, Motorrädern, Wohnwagen. Es ist etwas dran an der Idee von der universalen Tragödie.

10. Juden zu Besuch in Auschwitz

Am nächsten Tag besuchen wir Auschwitz-Birkenau, das Lager, in dem es nur noch ums Töten ging, in dem anderthalb Millionen Menschen vergast und verbrannt wurden. Um neun Uhr stehen wir vor dem Tor, es ist diesig, der Tag will nicht so recht beginnen. Jetzt sind nur wir hier – und vier israelische Schülergruppen, alle mit weißen Kapuzenpullis, sie führen israelische Fahnen mit sich, es hat etwas Demonstratives, aber wer wollte ihnen das hier verdenken? Und da sind auch, wie Barak Ravid es gesagt hat, die Bodyguards. Juden brauchen in Auschwitz Leibwächter?

Wo alle Diskurse verstummen: Junge Israelis in Auschwitz

Wir gehen ins Lager. Anders als Auschwitz I wirkt es nicht wie ein Museum, hier wird nur äußerst sparsam erläutert, auf Hebräisch, Englisch und Polnisch. Ansonsten spricht das Lager für sich, wie groß es ist, bei diesem Dunst sieht man nur Lager, sonst nichts. In den niedrigen Backsteinbauten finden wir die Holzverschläge, in denen die Menschen hausen mussten, an den Wänden stehen in verblassten deutschen Lettern Parolen der Lagerleitung: »Eine Laus ist Dein Tod.« Und: »Verhalte Dich ruhig.« Meine Tochter und ich unterhalten uns instinktiv leise, mich packt die Trauer immer mehr, mir wird schlecht, aber ich bin auch als Vater da, Haltung also. Dann kommen wir an die Stelle, wo früher Gaskammern und Krematorien waren, dahin, wo man auf Asche steht. Vor uns sitzt im Kreis eine der israelischen Schülergruppen und hält eine Art Andacht. Schweigend gehen wir weg, wir brauchen nicht darüber zu sprechen, warum, fühlen einfach: Wir wollen die Juden hier nicht mit deutscher Sprache, mit der Eine-Laus-ist-Dein-Tod-Sprache in ihrer Andacht stören.

Wie habe ich diese Sätze immer gehasst: »Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch.« (Theodor W. Adorno) »Seit Auschwitz ist noch kein Tag vergangen.« (Martin Walser) Diese Sätze dramatisieren so furchtbar, nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart, sie nageln die Zukunft zu, sie schaffen einen unlebbaren moralischen Imperativ. Aber hier sind diese Sätze alle wahr. Es gibt etwas Ewiges an Auschwitz, es gibt etwas, das sich nicht in Menschheit auflösen lässt, das immer etwas Spezifisches bleiben wird, für Juden und für Deutsche.

11. Weinen und Blabla – Muslime und der Holocaust

So kann man empfinden. Muss man es auch?

Der Anteil von Muslimen an den Schulen deutscher Großstädte nimmt immer mehr zu. Viel wird darauf ankommen, wie sie sich auf Dauer zur Geschichte stellen. Es gibt schon Muslime, die sich freiwillig damit auseinandersetzen. Und es gibt einen Ort in Berlin, wo Muslime Raum für ihre eigene Sicht bekommen, er heißt Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA), einige geschichtsbewegte Muslime und Juden riefen ihn ins Leben.

Inan, Imge, Nurdan und Jenny warten bei der KIgA im Konferenzraum. Inan und Jenny haben deutsche Mütter, Inans Vater ist Türke, Imges kommt aus Pakistan. Alle vier sind Anfang 20, in Berlin geboren und aufgewachsen. Bis auf Jenny, die gerade Abi macht, studieren sie. Alle vier sind Muslime, Jenny mit Kopftuch. Im vergangenen Jahr haben sie hier ein Seminar gemacht, jeden zweiten Samstag im Monat. Was soll diese Streberei? Hat es ihnen in der Schule nicht gereicht?

Doch, hat es. Deshalb sitzen sie hier. »Die Art, wie einem das eingetrichtert wird, mit dieser Schuld dabei. Es ist sehr schwer, sich dafür verantwortlich zu fühlen«, sagt Nurdan. Irgendwann nervt die deutsche Geschichte offenbar, die einem auf sehr deutsche Art beigebracht wird – so und nicht anders! »In meiner Klasse gab es kein einziges deutsches Kind. Der Lehrer hat mir wirklich leidgetan, ständig kamen Sprüche wie: Was habe ich damit zu tun?«, ergänzt Jenny.

»Viele haben ja keinen Bock drauf«, sagt Inan, »weil sie sich nicht als Teil der deutschen Gesellschaft sehen. Ich auch nicht. Trotz deutscher Mutter und deutscher Kriegs-Oma. Ich sehe mich aber auch nicht als Türke. Ich bin Berliner. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, aber ein weiterer Grund ist, dass einfach zu viel Scheiße passiert.« Es gab bei Inan Zeiten, da hießen seine besten Freunde Niels und Patrik, Türkisch hat er erst mit 14 gelernt. »Trotzdem heißt es ›Scheiß-Ausländer‹. Du sagst denen, dass du Deutscher bist, und die sagen: Ja, ja, auf dem Papier.« Warum also soll Inan deutsche Schuld auf sich nehmen?

Jenny erzählt von einer Reise nach Israel, die die KIgA mit palästinensischen Jugendlichen aus Berlin organisiert hat. Für die meisten war es die erste Fahrt in die Heimat ihrer Eltern. »Vor der Reise kamen so Sprüche wie: ›Sollen die Juden doch verrecken, hat Hitler doch gut gemacht‹, blablabla.« In Jerusalem besuchte die Gruppe ein Seniorenheim und traf KZ-Überlebende. Eine alte Dame erzählte, wie ihre Eltern verschleppt und umgebracht wurden, als sie ein kleines Mädchen war. Sie sagte auch, dass sie niemandem die Schuld gebe. Die Sprüche hörten abrupt auf, sagt Jenny, es wurde sehr still. Man hörte nur Weinen.

12. So vergangen ist die Vergangenheit

Shimon Stein weiß, wie es sich anfühlt, ein Deutscher zu sein. 1981 reiste er nach Norwegen, sein Auto hatte ein deutsches Nummernschild, und er wurde für einen Deutschen gehalten, wurde beschimpft und beargwöhnt, so lange, bis er sich als Israeli zu erkennen gab. Sechs Jahre lang, von 2001 bis 2007, war er israelischer Botschafter in Deutschland. Seither lebt er überwiegend in Berlin und Tel Aviv.

Kaum einer, auch kaum ein Deutscher, ist so gut in der deutschen Politik und Publizistik vernetzt wie er. Dabei ist Shimon Stein nicht das, was man einen anschmiegsamen Charakter nennen würde. Er hat im Krieg gekämpft, er ist Wagnerianer, er ist direkt. Begegnet er einem dieser knieweichen Vorurteile gegen Israel oder gegen Juden, dann wird der dünne 64-Jährige noch immer unerbittlich logisch. Stein führte in den letzten Jahren mit deutschen Spitzenpolitikern aller Parteien eine Art israelpolitisches Rigorosum durch, brachte sie auf Niveau. Dasselbe tat er mit Journalisten. Auch ich habe von ihm viel gelernt, mit ihm viel gestritten. Vor allem darüber, ob man den Deutschen noch misstrauen muss, mehr als anderen Völkern, mehr als dem Menschen überhaupt. Er sagte Ja, ich sagte Nein. Und heute?

Die gewöhnlichen Deutschen, sagt Stein heute, habe er früher wenig gekannt, als er noch in seiner hochsicherheitstrakthaften Residenz in Berlin-Charlottenburg sein musste. Nun erlebt er sie im Alltag und hat den Eindruck, da sei wirklich etwas besser geworden.

Und das Verblassen des Holocaust? Und die neuen Generationen? Und der neue deutsche Sonderweg? Ja, ja, erwidert er, das ist wahr, aber auch ganz normal. Die Politik müsse halt etwas dagegenhalten, dann sei daran nichts Dramatisches. Und was bleibt dann, was ist das vergangenheitspolitische Minimum? Ach, sagt Shimon Stein mit wegwerfender Handbewegung, »keine Checkliste, bitte keine Checkliste, wenn ihr die habt, dann prüft ihr jeden Tag, ob alles in Ordnung ist«.

Also gut, keine Checkliste. Aber ein paar Sachen, mit denen sich was anfangen lässt: Etwas an dieser vermaledeiten Vergangenheit bleibt, solange Deutsche Deutsch sprechen. Auschwitz wird immer mehr zu etwas Gesamteuropäischem, etwas Menschheitlichem, das stimmt, aber nie so ganz, es bleibt ein Rest, der Rest sind wir.

Müssen die Deutschen sich noch misstrauen? Nein, das ist vorbei. Man muss nicht glauben, was Etgar Keret gesagt hat, das von den gut gewordenen Deutschen, aber schlecht nun auch nicht.

Erinnerung, Geschichtsbewusstsein, auch Rituale, ja natürlich. Man darf nur eines nicht vergessen, unsere Kinder haben das Gefühl, diese Geschichte in jedem Fach außer Sport zu lernen, beäugt und benotet. Man sollte darum mit jedem weiteren Sollen oder Müssen ihnen gegenüber äußerst sparsam umgehen.

Und die Migranten? Nun, man kann ihnen nicht sagen, dass sie keine richtigen Deutschen seien, und dennoch erwarten, dass sie in die historische Gesamthaftung eintreten. Umgekehrt: Sie werden nicht glauben, richtige Deutsche sein zu können, ohne den Holocaust wenigstens ein Mal an ihrem Innersten vorbeigeführt zu haben.

Die Beziehungen zu Israel bleiben besonders. Doch kann man froh darüber sein, dass die Juden auf deutsche Solidarität nicht angewiesen sind. Dass Israels Sicherheit für uns essenziell ist, ist für Israel nicht essenziell. Darf man Israel kritisieren? Was für eine blöde Frage. Man sollte nur nicht vergessen, dass es noch 187 andere Staaten auf der Welt gibt, die Israel kritisieren können, wir müssen da nicht ganz vorne sein.

Billige Provokationen von innen, Beschimpfungen von außen, Sonderwegsvorwürfe, viertes Reich, Europa wieder beherrschen wollen, überhaupt jedes Wieder – bei alldem freundlich gucken, schweigen, weitermachen.

Ist das genug? Es ist sehr viel.

13. Schüttel deinen Speck

Zum Schluss noch einmal nach Israel. Elat liegt ganz im Süden des Landes, ein Badeort am Roten Meer, da, wo das Land recht leicht ist, verglichen mit Jerusalem oder Tel Aviv. Aber was heißt schon leicht in Israel? Die Leute hier machen sich bei Wegbeschreibungen einen Spaß daraus, nicht zu sagen: nach links oder nach rechts, sondern: Richtung Ägypten oder Richtung Jordanien. Beide unfreundlichen Nachbarländer liegen nur wenige Hundert Meter entfernt, so schmal ist Israel.

Am Abend will ich zu einem Open-Air-Konzert am Hafen von Elat und nehme ein Taxi. Der Fahrer fängt sofort an zu erzählen, er sei Jude indischer Herkunft, er habe drei Jahre in der Armee gedient und im Libanon als Fallschirmspringer gekämpft, bald müsse er für vier Wochen nach Gaza, mit einem Spezialauftrag, er zieht an seiner Haut, diese Aufträge bekomme er wegen seiner braunen Hautfarbe und weil er Arabisch spreche. Israel, proklamiert er, sei die Heimat der Juden aus aller Welt, Israel müsse eben verteidigt werden. Sie wollen uns töten, ruft er zum Schluss. Die ganze Fahrt hat sieben Minuten gedauert, sein Leben und das Existenzrecht Israels in sieben Minuten. Was soll man da sagen, ich sage: Hope you will survive Gaza. Wir geben uns die Hand.

Das Konzert hat noch nicht angefangen, ein DJ spielt zum Aufheizen des überwiegend israelischen Publikums das Lied des Berliners Peter Fox: »Schüttel deinen Arsch, schüttel deinen Speck«. Auf Deutsch. Man tanzt.

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